Kunstdrucke, Künstler, Kunst und mehr

Donnerstag, August 17, 2006

Vom Wert der Kunst und von Kunstwerken

Frisch erholt geht es im August weiter. Diesmal steht auch gleich wieder eine heikle Überlegung an: es geht um den Wert der Kunst und von Kunstwerken.

Nach einer kurzen Sichtung der letzten Beiträge fiel mir auf, dass es sich bei der Kunst häufig nicht um Aspekte wie Schönheit, Qualität etc. dreht, sondern oft genug das Hauptthema (mal wieder) nur das Geld ist.

Da wird geschrieben und diskutiert, wie teuer das eine oder andere Gemälde ist und wieviel es auf der nächsten Auktion einbringen kann, dass wieder eine neue Rekordsumme für ein Gemälde bezahlt wurde und so weiter.

Natürlich ist es wesentlich einfacher, über derartige, mit Fakten und eindeutigen Zahlen belegbare, Fälle zu sprechen bzw. schreiben, jedoch scheint dabei der ästhetische Wert der Kunst nur minderwertig behandelt zu werden.

Passend dazu habe ich heute folgende Nachricht gelesen:

(Anmerkung: es geht um das "Bild eines Mannes", welches bislang Vincent Van Gogh zugeschrieben wurde und von dem neuerdings vermutet wird, es stamme von einem anderen Künstler.)

Der Direktor der National Gallery of Victoria, Gerard Vaughan, geht trotzdem weiterhin von der Echtheit des Bildes aus. "Wenn es ein falscher Van Gogh ist - was ich bestreite, was aber behauptet wird - verliert dieses Stück Leinwand all seinen Wert", sagte Vaughan dem Sender ABC. "Letztlich muss man aber seiner eigenen Kenntnis vertrauen und seiner Fähigkeit zum Urteil über die Qualität eines Gemäldes."

Die vollständige Nachricht findet sich hier.

Aber nun mal ehrlich, warum eigentlich sollte so ein Gemälde all seinen Wert verlieren, nur weil es nicht von einem namenhaften Künstler stammt, sondern von einem Unbekannten? Sollte es nicht in erster Linie auf die Ausführung, die Schönheit und Ästhetik sowie die allgemeine Qualität eines Kunstwerkes ankommen? Wenn das Bild bislang geschätzt und gerne angeschaut wurde, warum bleibt das nicht so, nur weil der Maler ein anderer war? Führt eine solche Handlung nicht den Gedanken der Kunst sogar ad absurdum?

Schließlich würde diese Sichtweise den Wert der Kunst von Kunstwerk selbst auf den Künstler verlagern und einen reinen Personenkult eröffnen. Dann wäre es vollkommen unwichtig, wie die Qualität eines Gemäldes ausfällt, so lange es von einem bekannten Künstler stammt. Im Umkehrschluss bedeutet dies wohl, Picasso hätte zuletzt einfach seine Farben auf die Leinwand werfen können und dies nur als neue Ausrichtung erklären müssen und hätte damit wertvolle und qualitativ hochwertige Werke geschaffen.

Ehrlich gesagt, widerstrebt mir diese Sichtweise zutiefst. In der Musik höre ich doch auch nicht schlechte Lieder, nur weil sie von einer bekannten Gruppe stammen, sondern ersetze diese schlechte Stücke mit guten Songs von weniger oder gar nicht bekannten Künstlern. Warum also sollte es keine One-Hit-Wonder bei Gemälden geben?

4 Kommentare:

  • Der Artikel wirft viele Fragen auf, deren Beantwortung fast unmöglich ist.

    Mein Gedanke dazu: Kunst um der Kunst willen ist zwar erstrebenswert, allerdings gäbe es dann keine solche, da die damit verbundenen Menschen (Künstler, Museumsdirektor, Sammler, ...) auch von was leben müssen. Und daher wird man nach einem kapitalistischen Makrt streben.

    Meint,
    Christian

    Autor: Anonymous Christian Schreiter, 20 August, 2006 20:18  

  • Ich wollte mit dem Exkurs niemandem die Existenzberechtigung absprechen, ganz im Gegenteil: Ich denke wir brauchen die von dir angesprochenen Menschen, die allein von der Kunst leben können.

    Was ich ausdrücken wollte, ist nur der umfassende Wert, der einem Künstler zugesprochen wird, sobald er sich einen Namen gemacht hat. Ab diesem Zeitpunkt scheinen alle Bilder qualitativ gut zu sein, ohne Ausnahme; während Künstler, die vielleicht nur wenige gute Werke geschaffen haben dagegen unbekannt bleiben.

    Diese Diskrepanz ließe sich aber auch leicht mit dem kapitalistischen Markt in Übereinstimmung bringen. Die Nachfrage würde sich dann eben nach Qualität und nicht nach Namen richten.

    Autor: Blogger Oskar - Kunstdruck Laie, 21 August, 2006 12:46  

  • > Was ich ausdrücken wollte, ist nur
    > der umfassende Wert, der einem
    > Künstler zugesprochen wird, sobald
    > er sich einen Namen gemacht hat.

    Ja, Du hast recht. Sobald sich der Künstler einen Namen gemacht hat, kann er auch Schrott produzieren. Die Menschen werden ihn trotzdem kaufen/bewundern/loben.

    Das ist aber eine dem Menschen und den Märkten per se innewohnende Tatsache und läßt sich auch auf Musik, Kosmetikartikel, Restaurants, Regisseure und jedes beliebige "Gut" umlegen.

    Nichts desto trotz wahrhaftig verwunderlich.

    Meint,
    Christian

    Autor: Anonymous Christian Schreiter, 21 August, 2006 20:24  

  • Diese verwunderliche Tatsache kann ich natürlich nicht widerlegen, denn dieses Phänomen tritt tatsächlich überall auf.

    Aber wenn ein Musiker ein neues schlechtes Album abliefert, dann kann es im Vergleich zu anderen schon ein Ladenhüter bleiben.

    Vielleicht tritt hier aber auch der deutlichste Unterschied auf: Von dem Album gibt es unzählige Exemplare, während es nur ein einzelnes Original-Gemälde gibt, um welches sich dann quasi ein paar "Fans" bemühen. Daher könnte man die hohen Preise, die für weniger gelungene Werke eines bekannten Malers gezahlt werden, wohl auch diesem Phänomen zuschreiben.

    Autor: Blogger Oskar - Kunstdruck Laie, 23 August, 2006 10:16  

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