Kunstdrucke, Künstler, Kunst und mehr

Donnerstag, August 31, 2006

Rekord-Gemälde

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen etwas über Serielle Malerei schreiben, aber dann musste ich feststellen, dass dies wieder ein längerer Artikel zu werden droht. Aber da ich einen kurzen Beitrag versprochen habe, folgt an dieser Stelle nur diese Meldung:

Rekord-Gemälde umfasst 8.000 Quadratmeter

Unnütz zu sagen, dass ich mir dieses Bild bereits als Kunstdruck für mein Wohnzimmer bestellt habe. Im Verhältnis 1:1 natürlich... ;-)

Freitag, August 25, 2006

Originale Reproduktionen oder reproduzierte Originale?

Gibt es nicht, kann es schließlich gar nicht geben, so würde man sicherlich sofort auf eine entsprechende Frage antworten. Aber ganz so einfach stellt sich dieses Paradoxon nicht dar.

Wie schon in den beiden vorangegangenen Beiträgen zeigt sich hier die Grauzone der Kunst, in der sich die eigenständige und individuelle Kreativität mit der Notwendigkeit der Marktanpassung auseinandersetzen muss und vermischt.

Als (Parade-)Beispiel mag der Norweger Edvard Munch dienen. Dieser hatte die Angewohnheit, seine Bilder in mehreren Fassungen zu malen. So trifft man bei Übersichten und gerade in Online-Shops auf eine Reihe gleichnamiger Bilder, die sich nur in Nuancen unterscheiden (Beispiel). Da stellt sich nun die Frage: Ist jede dieser einzelnen Fassungen ein Original?

Technisch gesehen sicherlich, schließlich hat Munch (im Gegensatz zu Rembrandt, siehe dazu hier) selbst Hand angelegt und den Pinsel jedesmal von Neuem über eine leere Fläche geführt. (So jedenfalls stelle ich mir das vor.) Dementsprechend unterscheiden die Bilder sich zumindest in Nuancen, von der veränderten Farbabgleichung natürlich ganz zu schweigen.

Aber als Original bezeichnet man schließlich nicht nur die vom Künstler angefertigten Bilder, sondern im engeren Sinne ist das Original, nicht nur bei Bildern, sondern auch in der Literatur, die Urfassung eines Werkes. Sind also die späteren Fassungen unter diesen Gesichtspunkten weiterhin ebenso Originale? Oder muss man hier von reproduzierten Originalen sprechen bzw. dadurch, dass sie vom Künstler selbst geschaffen wurden von originalen Reproduktionen?

Eine Antwort auf diese Frage mag ich selbst nicht geben, denn alleine die Fragestellung selbst bietet sicherlich genug Zündstoff für ausufernde Diskussionen und sie lässt sich auf keinen Fall in einem Satz zusammenfassen.

Letztlich ist dieser Ansatz natürlich nur ein theoretischer Gedankenansatz, über deren Beantwortung sich vielleicht Fachleute Gedanken machen - oder überhaupt niemand.

Aber im Zuge der Wertdiskussion, muss man sich doch fragen, ob nun allen dieser Werke der gleiche Wert zugesprochen wird oder ob hier Unterschiede gemacht werden. An genau dieser Stelle tritt dann wieder die bereits diskutierte Frage nach "Markenartikel" (durch Künstlername) oder Einzelqualität eines Kunstwerkes auf.

Ich merke gerade, das war diesmal eine Menge Lesestoff, aber zum Wochenausklang darf man dies vielleicht mal. :-)

Mittwoch, August 23, 2006

Original und Fälschung - Die verworrenen Wege der Meister

Im Zuge der Diskussion um die Qualität eines Bildes in Verbindung mit seiner "Marke" (dem Namen des Künstlers) stolperte ich quasi über Rembrandt, an dem sich die gesamte Bandbreite dieser Diskussion widerspiegeln lässt.

Rembrandt, der ohne Zweifel nicht nur ein begnadeter Maler, sondern gleichzeitig auch ein hervorragender Lehrer war, ließ seine Schüler Werke nach seinen Vorgaben und Techniken schaffen. Daher ist es heutzutage sehr schwierig herauszufinden, welche Gemälde von Rembrandt selbst und welche "nur" von seinen Schülern gefertigt wurden. Somit ist die Anzahl der Rembrandt-Bilder mittlerweile um die Hälfte "geschrumpft"... (Mehr dazu gibt es hier.)

Und schon stellt sich wieder die Frage: Sind die Werke seiner Schüler weniger wert? Und wenn ja, warum? Nur, weil sie nicht von Rembrandt selbst sind oder weil sie qualitativ schlechter sind? Oder liegt es vielleicht daran, dass der zu Grunde liegende Stil nicht ein persönlich-authentischer ist, sondern ein angelernter?

Eins jedoch scheint meine These aus dem letzten Beitrag teilweise zu widerlegen: offenbar sind die Kunstwerke von Rembrandts Schülern nicht so viel wert, wie die "Originale", obwohl beide Arten mit dem Namen des Meisters versehen sind...

Donnerstag, August 17, 2006

Vom Wert der Kunst und von Kunstwerken

Frisch erholt geht es im August weiter. Diesmal steht auch gleich wieder eine heikle Überlegung an: es geht um den Wert der Kunst und von Kunstwerken.

Nach einer kurzen Sichtung der letzten Beiträge fiel mir auf, dass es sich bei der Kunst häufig nicht um Aspekte wie Schönheit, Qualität etc. dreht, sondern oft genug das Hauptthema (mal wieder) nur das Geld ist.

Da wird geschrieben und diskutiert, wie teuer das eine oder andere Gemälde ist und wieviel es auf der nächsten Auktion einbringen kann, dass wieder eine neue Rekordsumme für ein Gemälde bezahlt wurde und so weiter.

Natürlich ist es wesentlich einfacher, über derartige, mit Fakten und eindeutigen Zahlen belegbare, Fälle zu sprechen bzw. schreiben, jedoch scheint dabei der ästhetische Wert der Kunst nur minderwertig behandelt zu werden.

Passend dazu habe ich heute folgende Nachricht gelesen:

(Anmerkung: es geht um das "Bild eines Mannes", welches bislang Vincent Van Gogh zugeschrieben wurde und von dem neuerdings vermutet wird, es stamme von einem anderen Künstler.)

Der Direktor der National Gallery of Victoria, Gerard Vaughan, geht trotzdem weiterhin von der Echtheit des Bildes aus. "Wenn es ein falscher Van Gogh ist - was ich bestreite, was aber behauptet wird - verliert dieses Stück Leinwand all seinen Wert", sagte Vaughan dem Sender ABC. "Letztlich muss man aber seiner eigenen Kenntnis vertrauen und seiner Fähigkeit zum Urteil über die Qualität eines Gemäldes."

Die vollständige Nachricht findet sich hier.

Aber nun mal ehrlich, warum eigentlich sollte so ein Gemälde all seinen Wert verlieren, nur weil es nicht von einem namenhaften Künstler stammt, sondern von einem Unbekannten? Sollte es nicht in erster Linie auf die Ausführung, die Schönheit und Ästhetik sowie die allgemeine Qualität eines Kunstwerkes ankommen? Wenn das Bild bislang geschätzt und gerne angeschaut wurde, warum bleibt das nicht so, nur weil der Maler ein anderer war? Führt eine solche Handlung nicht den Gedanken der Kunst sogar ad absurdum?

Schließlich würde diese Sichtweise den Wert der Kunst von Kunstwerk selbst auf den Künstler verlagern und einen reinen Personenkult eröffnen. Dann wäre es vollkommen unwichtig, wie die Qualität eines Gemäldes ausfällt, so lange es von einem bekannten Künstler stammt. Im Umkehrschluss bedeutet dies wohl, Picasso hätte zuletzt einfach seine Farben auf die Leinwand werfen können und dies nur als neue Ausrichtung erklären müssen und hätte damit wertvolle und qualitativ hochwertige Werke geschaffen.

Ehrlich gesagt, widerstrebt mir diese Sichtweise zutiefst. In der Musik höre ich doch auch nicht schlechte Lieder, nur weil sie von einer bekannten Gruppe stammen, sondern ersetze diese schlechte Stücke mit guten Songs von weniger oder gar nicht bekannten Künstlern. Warum also sollte es keine One-Hit-Wonder bei Gemälden geben?