Kunstdrucke, Künstler, Kunst und mehr

Donnerstag, Mai 11, 2006

Dan Browns Sakrileg - The Da Vinci Code

In 1 Woche kommt die Romanverfilmung Sakrileg von Dan Brown unter seinem Originaltiel The Da Vinci Code in die Kinos. Die Diskussion darüber laufen jedoch schon seit Wochen auf höchsten Touren.

Denn Dan Browns Sakrileg ist tatsächlich eins, wenn auch ein sehr doppeldeutiges. Denn selten scheint ein solcher Roman so schlecht recherchiert worden zu sein. Dies ist für die meisten echten Kunsthistoriker ein Affront, so dass sie die von Brown für seine Zwecke ausgebeuteten Kunstwerke verteidigen:

Als Kronzeugen dienen die Gemälde von Leonardo da Vinci – auch wenn sie in Wahrheit etwas ganz anderes zeigen. (..)
Es wäre sinnlos aufzuzählen, was in Dan Browns Thriller nicht den Fakten entspricht. Wer glauben will, der glaubt, vor allem, wenn der Glaube durch Bilder belegt scheint. Aber ein kunsthistorischer Blick auf die leitmotivisch eingesetzten Gemälde lohnt doch, weil der »Fall Dan Brown« eine grundsätzliche Frage nach dem Umgang mit Bildern aufwirft.


Den kompletten Text von Frank Zöllner aus der Zeit gibt es hier.

Man mag über Dan Brown und seinen Roman, ebenso wie über die Reaktion von Kirche und auch nichtchristlichen Gruppen auf das Buch, geteilter Meinung sein, doch ich persönlich halte das, was Frank Zöllner gegen Ende seiner Abhandlung sagt für sehr wichtig:

In gewisser Hinsicht ist Dan Browns Sakrileg kein schlechter Einstieg in die Kunstgeschichte – allerdings nur, wenn man seine Behauptungen nicht als Lösungen, sondern als Fragen versteht, die sich erst mit einem historischen Blick auf Bildtradition, Bildkonvention und Auftraggeberschaft beantworten lassen.

Es ist doch wirklich nicht wichtig, wie jemand den Einstieg in ein Thema schafft, wenn am Ende eine ernsthafte Beschäftigung mit diesem Thema erfolgt. Sollte also Dan Brown die Leser seines Buches/Zuschauer des Filmes dazu bringen, sich intensiv mit den echten Geheimnissen und Fragen hinter den große Kunstwerken und Künstlern zu beschäftigen, so hat er letztlich doch einen guten Beitrag für die Kunst geliefert.

Denn für Spannung ist auf jeden Fall gesorgt, so liefert allein die mysteriöse Mona Lisa genug Stoff für unzählige und vielfältige Legenden. Ein Ansatz davon war sogar auch schon mal hier nachzulesen.

3 Kommentare:

  • "...so hat er letztlich doch einen guten Beitrag für die Kunst geliefert."

    Oder auch nicht! Denn, wenn man dahinter kommt, dass das Ganze nur Scharlatanerie ist, fühlt man sich benutzt und betrogen. Besonders unter dem Aspekt dass diese Lügen dazu beitragen, Herrn Brown die Taschen zu füllen...

    Meiner Meinung nach müßte ausdrücklich von Fikion gesprochen werden - im Vorwort des Buches und, nun da das Buch verfilmt wurde, auch im Vorspann des Filmes!

    Autor: Anonymous Sakrilogiker, 15 Mai, 2006 14:37  

  • Ich glaube, da hast du etwas missverstanden. Mit dem Beitrag Dan Browns meinte ich nicht sein Werk an sich, sondern die (mögliche) Folge, dass sich jemand im Anschluss ernsthafter mit Kunst auseinandersetzt. Dies wäre in meinen Augen tatsächlich ein gelungener Beitrag, unabhängig von der Qualität des Buches/Filmes. Oder anders ausgedrückt: hier entscheidet nicht der Weg, sondern das Ergebnis.

    Autor: Blogger Oskar - Kunstdruck Laie, 16 Mai, 2006 11:48  

  • Und jeder Zweck heiligt wohl auch die Mittel, oder?

    Das ist doch kein Argument: Hier wird falsche Information an die sensationslüsterne Masse weitergegeben, die weder nachdenkt noch reflektiert.

    Ich meine, es gibt eine bestimmte Bevölkerungsgruppe in unserem Land, die behauptet, Auschwitz hätte nie existiert. Findest gut, dass die das tun, weil man dann darüber nachdenkt?

    Autor: Anonymous Josh, 24 Mai, 2006 14:07  

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